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Der Kampf gegen multiresistente Bakterien

Schätzungsweise 400.000 bis 600.000 Patienten erkranken jedes Jahr an einer Infektion während ihres Krankenhausaufenthaltes. 10.000 bis 15.000 Erkrankte erliegen dieser Infektion.

Schätzungsweise 400.000 bis 600.000 Patienten erkranken jedes Jahr an einer Infektion während ihres Krankenhausaufenthaltes. 10.000 bis 15.000 Erkrankte erliegen dieser Infektion.
Ursachen für die Infektionen sind in bis zu 15 % der Fällen multiresistente Bakterien und vor allem der MRSA-Errger.
Allein 5000 Todesfälle gehen jährlich auf sein Konto.
Der Keim ist ein normaler Bestandteil der Mirkoflora in Nasen- und Rachenraum, er kann jedoch bei Menschen mit einer Immunschwäche, Wundinfektionen, Lungenentzündungen und Blutvergiftungen auslösen. Bis der Arzt beim Eintritt einer dieser Erkrankungen diagnostizieren kann, welcher Keim dafür verantwortlich ist, ist es oft zu spät.

Viele dieser multiresistenten Bakterien sind außerdem nicht nur immun gegen jegliches Antibiotika, sondern auch ansteckend, wodurch sie regelrechte Epidemien in Krankenhäusern auslösen können.
Aus diesem Grund haben sich nun Chemiker aus Würzburg ( Prof. für Organische Chemie Jürgen Seibel und Doktorantin Elisabeth Memmel) speziel mit der Infektionsforschung beschäftigt.

Letztendlich gelang es ihnen, die Oberfläche der Bakterien so zu verändern, dass diese nicht mehr so gut an menschlichen Zellen haften konnten. Dadurch hat sich die Infektionsgefahr um einiges verringert.
Dazu nahmen sie den eigenen Stoffwechsel des Bakteriums zur Hilfe. Stellten sie nämlich künstlich Zuckerstrukturen her, fügten diese der Nährlösung hinzu, woraufhin die Bakterien diese mit ihrem Stoffwechselsystem umwandelten und in ihre Oberfläche einbauten. Da die Zuckerstrukturen speziell markiert waren, waren sie auch in der Oberfläche weiterhin veränderbar.
Die Oberfläche verlor dadurch einen Anteil ihrer Haftbarkeit. Sie konnten sich also nicht mehr so gut und im vollen Ausmaß an die humanen Zellen andocken.
Die Zuckerstrukturen haben keine negativen Auswirkungen auf gutartige Zellen.

Die Forscher erhoffen sich durch diesen Erfolg, ein Medikament entwickeln zu können, der die Ausbreitung der Bakterien stoppt, da diese sich nicht mehr unaufhaltsam vermehren können.

Veröffentlicht wurde die Studie in der Fachzeitschrift Chemical Communications.